Sonntag, November 05, 2006

Das Licht meiner Deckenlampe

Angespannt verfolgten meine Blicke die ständig wechselnden Bilder. Warum um alles in der Welt saß ich nicht auf meinem Sofa? Ich sollte mir das Abendprogramm ansehen und meine Gedanken mit dem jungen Mann teilen, der sich zusammen mit mir in diesem Raum befand. Stattdessen starrten wir auf unvorhersehbar wechselnde Bilder, die über meinen Monitor flackerten.

Der Raum schien erfüllt von unheimlichen Geräuschen. Es war dunkel um uns herum; Nur der gedämmte Schein meiner Deckenlampe füllte den Raum mit Licht und somit auch mit Schatten. Unheimlichen Schatten, die bei mir eine Gänsehaut hervorriefen.

Ich hatte mich schon lange hinter den Ärmeln meines Pullovers versteckt. Blinzelte nur noch zwischen dem kleinen Spalt meiner Hände hindurch. Ich konnte nicht hingucken.. doch auf der anderen Seite meine Blicke auch nicht abwenden.

Das Licht , welches über den Monitor flackerte begann schwächer zu werden. Ein gewollter Effekt des Herstellers um die Spannung bis in das Unendliche hochzuschrauben.

Plötzlich passierte etwas Unvorhersehbares. Aus meinem Augenwinkel beobachtete ich leicht zitternd, wie das Licht meiner Deckenlampe zu flackern begann. Als ich meinem Mitspieler mit Angst in der Stimme davon erzählte, drehte er sich um. Wendete sich ab von dem Geschehen der virtuellen Welt.

Wie in Zeitlupe beobachteten wir, wie das Licht schwächer wurde. Es schien, als drehte jemand aus Geiserhand am imaginären Dämmschalter meiner Lampe.

Noch immer drangen unheimliche Laute aus den Boxen. Hallende Schritte.. Uhrschläge.. das Geräusch des Windes, wenn er durch verlassene Zimmer weht.

Plötzlich erlosch das Licht der Deckenlampe. Ich konnte gerade noch den panischen Gesichtsausdruck des jungen Mannes mit meinen Blicken einfangen.... dann erlosch das Bild auf dem Monitor. Von der einen Sekunde auf die andere stoppte das Rauschen des Rechners, so als hätte ihm einer die Kehle zugeschnürt. Das Schwarz der Nacht hatte jegliches Licht in meinem Zimmer ausgelöscht.

Hektisch und voller Panik griff ich nach seinem starken Oberarm. Begann zu schreien, als ich bemerkte, dass sich langsam die Tür meines Wohnzimmers zu öffnen begann.

Es war genau wie in dem Spiel, das bis gerade eben noch über den Monitor geflackert war und über das ich mich so sehr gegruselt hatte.. Nur mit dem Unterscheid, dass ich mich nun nicht mehr hinter den Ärmeln meines Pullovers verstecken konnte.

Als sich die Tür geöffnet hatte, kam schlagartig das Licht zurück in mein Zimmer. Und auch der Rechner kündigte mit Rauschen seine Wiederbelebung an. Was war geschehen?!

Als ich eine mir vertraute Person in der Tür entdeckte, begann sich langsam meine Anspannung zu lösen. Noch immer am ganzen Körper zitternd fuhr ich den Rechner herunter und wischte mir mit dem Handrücken kalten Schweiß von der Stirn. Von Computerspielen hatte ich erst einmal genug.

6 Comments:

At 5. November 2006 um 14:05, Anonymous Deliah said...

Was hast du denn da gespielt..?????

 
At 6. November 2006 um 09:36, Anonymous saskia said...

mir ging es fast ähnlich, plötzlich flackerte das licht, der fernseher rauschte... aber ganz dunkel wurde es bei uns zum glück nicht ;-) erschrocken habe ich mich trotzdem.

 
At 7. November 2006 um 08:18, Blogger Man in Metropolis said...

Melli, schau nicht so viele Gruselfilme... das bekommt Dir nicht !!

 
At 7. November 2006 um 19:27, Blogger Melli said...

@Deliah
Ein wahrer Klassiker:
Silent Hill :)

 
At 7. November 2006 um 19:30, Blogger Melli said...

@Saskia
Es ist spannend zu erfahren, wie dieser Stromausfall in anderen Haushalten abgelaufen ist. Noch schöner ist die Erkenntnis, dass nicht nur meine Wenigkeit einen höllischen Schrecken davon getragen hat :)

 
At 7. November 2006 um 19:36, Blogger Melli said...

@MiM
Wenn Du unter dem Begriff "Gruselfilm" Liebesfilme einordnest, die bei Frauen unerfüllte Sehnsüchte hervorrufen, dann muss ich Dir recht geben ;)

 

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