Freitag, Oktober 13, 2006

Fremde Blicke

Vollkommen nichts ahnend schlenderte ich zu meinem Firmenwagen. In Gedanken war ich schon lange bei meinem wohl verdienten Feierabend. Meine Gedanken west war erfüllt von Träumereien über Kaffee, Schokolade und Final Fantasy III. Mein Spaziergang in Richtung Auto erfolgte daher nur durch meine weibliche Intuition, die mich warnen sollte, falls ich gegen einen Baum laufen würde.

Als ich mein Auto erspähte, wurde mein Gang etwas schneller. Jede Sekunde bedeutete einen Schritt nähr zu meiner Heimreise.
Und auf die war ich an diesem Tag ganz besonders gespannt. Am frühen Morgen hatte ich mein Horoskop gelesen. Dieses versprach mir eine ganz besondere Überraschung, die mich daheim nach getaner Arbeit erwarten würde. Ich glaube an Horoskope. Ich freue mich immer wieder auf´s neue, wenn die Dinge, die ich am Morgen lese, wirklich eintreffen. Und wenn nicht…dann hatte ich trotzdem meinen Spaß daran, meiner Kollegin Stundenlang von meiner "Zukunft" zu erzählen. ;)

Aber wieder zurück zu meinem Gang in Richtung Feierabend. Ich schlenderte also zu meinem Auto. Vorsichtig ertastete ich den Wagenschlüssel…ich hatte einen riesigen Stapel leerer Kartons in meinen Händen die auf keinen Fall den Boden berühren sollten.

Als ich ihn in meiner Hand hatte, tastete ich nach der Öffnungstaste der Fernbedienung für die Zentralverriegelung … und stutzte, als das Schloss nicht aufsprang. Ich versuchte es erneut. Doch wieder blieb mein versuch, dass Auto zu öffnen, erfolglos.

Grummelnd riskierte ich einen Blick am Kartonstapel vorbei. Wieder zog ich eine Augenbraue nach oben. Konnte es wirklich sein, dass ich vergessen hatte, abzuschließen? Nein.. Ich könnte noch nicht einmal im Traum daran denken, inmitten von Oldenburg zu vergessen, das Auto abzuschließen. Zumal sich Laptop und andere Dinge mit enormen Wert im inneren des guten Stückes befinden.

Langsam wanderten meine Blicke weiter. Ich erkannte an den Pinückeln der Tür, dass sie wirklich nicht abgeschlossen war.

Nun hob ich auch meine zweite Augenbraue. Hatte ich schon immer eine magentafarbene Weste über dem Beifahrersitz hängen? Und was war das für ein Tierchen im Cockpit? Wo kamen diese Dinge plötzlich her?!

Ich kann nicht sagen, wie lange ich vor diesem Auto stand und meine Blicke durch das innere des Wagens wandern ließ. Ich wäre eingestiegen… Doch plötzlich erschrak ich ganz fürchterlich, als mir Blicke aus dem inneren des Wagens entgegen kamen. Nanu? Wie kam meine Kollegin denn so schnell in das Auto? Hatte sie wirklich so viel zu Mittag gegessen? Und wann war sie beim Frisör?!!

Ich muss schon sagen, dass ihr die neue Kurzhaarfrisur sehr gut stand.
Wieder vergingen Sekunden, in denen ich nachdenklich in das Innere dieses Autos starrte. Doch dann nahmen meine Augen die Größe von Toilettendeckeln an. Es war nicht meine Kollegin, die dort im Auto saß und die ich bereits seit Sekunden fragwürdig anstarrte. Es war ein fremder Mann, der mich genauso fragend anstarrte, wie ich es mit ihm tat.

Ein Blick über diesen wagen hinweg verriet mir, dass ich genau eine Parklücke weiter geparkt hatte. Die ganze Zeit stand ich vor einem vollkommen fremden Auto und spielte mit dem Gedanken einzusteigen. Und das auch noch zu einem fremden Mann, den ich zuerst für meine Kollegin gehalten hatte. Zu peinlich, dass der Besitzer dieses Wagens die ganze Zeit im Auto saß und meine Nachdenklichen Blicke verfolgt hatte.

Noch peinlicher, wenn meine Kollegin das nächste Mal auf meinen Blog klickt, und entdeckt, dass ich sie doch tatsächlich mit einem Mann verwechselt habe.

5 Comments:

At 13. Oktober 2006 um 15:47, Anonymous Peter said...

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Wenn das so weiter geht, dann knackst Du heute noch die 1000-Marke. Das ist doch mal nicht schlecht! Da siehst Du mal, wie interessant Du und Deine Geschichten aus dem wahren Leben für andere Leute sind! Hut ab!
Dann habe ich ja morgen einen Grund Dir zu gratulieren ;-)!

 
At 13. Oktober 2006 um 17:49, Anonymous saskia said...

hi melli,

wie du mich nur mit dem mann (mit bart *amkopfkratz*) verwechseln konntest, frage ich mich wirklich ;-) der mann hat aber auch komisch geguckt, als er deinen erschrockenen blick gesehen hat... :D

ein schönes wochenende wünsche ich dir

 
At 14. Oktober 2006 um 12:40, Blogger Melli said...

@Saskia

Auch wenn der Herr keinen Bart hatte, so ist es wirklich der schlechteste Vergleich, den ich jemals angestellt habe. Großes sorry noch einmal von mir ;)

Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!

 
At 14. Oktober 2006 um 23:00, Blogger Ich bin erkaeltet said...

Das Leben ist so peinlich..

 
At 19. Oktober 2006 um 10:27, Blogger Man in Metropolis said...

Lebst Du noch ????

 

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