Montag, Oktober 09, 2006

Keine Dünen. Kein anderes Werkzeug.

Ein Tag in Jever steckt immer voller Überraschungen. Ich erinnere mich gerne an meinen ersten Besuch in dieser Stadt zurück. Vollkommen nichts ahnend fuhr ich mit meinem Erdgasmobil am Jever Ortschild vorbei. Suchte verzweifelt nach Häusern, die wie Bierflaschen aussahen. Oder zumindest nach den in der Werbung versprochenen Dünen. Wenn es zwei Dinge gibt, die man beim Autofahren unterlassen sollte, dann sind es vollbusigen Frauen hinterher gucken UND nach Dünen suchen. Leider machte ich diese Feststellung erst nachdem ich über einen Verkehrskreisel gefahren war.

Wer kommt schon auf die vollkommen blödsinnige Idee, am Eingang einer Bierstadt einen Kreisel zu errichten?! Zumal man aus diesem Kreisel weder rechts, noch links ausfahren konnte. Ich würde gerne den Menschen kennen lernen, auf dessen Mist diese Idee gewachsen ist.

Heute tat sich endlich die Gelegenheit auf, meiner Kollegin zu beweisen, dass ich aus meinen eigenen Fehlern lerne. Geschickt erkannte ich den Kreisel und fuhr, so wie es sich gehört, um das gute Stück herum.

Gut.. ich gebe zu, dass dieser Kreisel dieses Mal durch auffallende Absperrrungen kenntlich gemacht wurde. Aber war tut das schon zur Sache?

Am Ziel unserer kleinen Weltreise angekommen, erkannten wir schnell, was wir daheim in Oldenburg vergessen hatten. Schon die ganze Fahrt über quälte mich so ein Gedanke im Hinterkopf. Doch leider verriet mir dieser Gedanke nicht, das dieses vergessene Gut etwas mit einer Schere und viel Fingerspitzengefühl zu tun hatte.
Das einzige Werkzeug, dass wir zur Erfüllung der Aufgabe benötigten, war ein simples Anlegewerkzeug. Doch dieses lag wahrscheinlich gut behütet im Werkzeugkoffer des Plan B Autos. Oder es wärmte sich an der Hosentasche eines Kollegen. Wenn ich ehrlich sein soll; Ich möchte es gar nicht so genau wissen.

Ich kann von Glück sagen, dass man beim großen T nie allein ist. Wie viele Male habe ich mich über die Reinigungskraft auf der Toilette erschrocken? An manchen Tagen hatte ich sogar das Gefühl, dass sie in der Toilette wohnt.. aber das ist eine andere Geschichte.
Schon bei unserem letzten Besuch stellten wir überrascht fest, dass wir uns die Räumlichkeiten mit einer Gruppe älterer Männer teilen. (Nein.. ich rede jetzt nicht mehr von den Toiletten, sondern von den Labyrinthartigen Fluren!)

Uns blieben zwei Optionen. Entweder wir fuhren die 60km zurück oder wir versuchten unser Glück bei den älteren Herren.
Auch wenn es ein harter Kampf war, so siegte doch der Versuch mit den älteren Herren. Vorsichtig klopften wir an die Tür. Schlichen uns unauffällig in die Höhle des Löwen. Was würde passieren, wenn wir plötzlich über einen stolpern würden?!

Die Spuren führten uns an eine offen stehende Bürotür. Sofort erkannten wir zwei Männer, die aufgeregt über Windows 98 diskutierten.
Wir klopften an den Türrahmen .. doch nichts passierte.
Wir begannen zu tuscheln, versuchten unser Glück noch ein zweites Mal mit einem Klopfen. Konnten oder wollten sie uns nicht hören?!

Als einer der Herren begann, sich genüsslich an seinen vier Buchstaben zu kratzen, explodierte unsere Bombe. Das war zu viel. Scheinbar hatte unser Lachen eine Art Klingeleffekt.
Ich kann nicht sagen, ob es dem Guten peinlich war. Fakt ist, dass er sich umdrehte und uns auf unsere Bitte sein Werkzeug lieh.
Endlich konnten wir mit unserer Arbeit beginnen.
Endlich eine Geschichte mit Happy End.

1 Comments:

At 10. Oktober 2006 um 11:01, Anonymous Peter said...

Ach ja wie herrlich, das ist mal wieder ein super Blog-Eintrag. Ich habe mich schon beim letzten Mal halb tot gelacht, als Du mir erzählt hast, Du wärest über einen Verkehrskreisel gefahren. Naja, solche Sachen passieren ja irgendwie immer nur Dir.

Bis morgen dann!

 

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